Der Vorstand der LDK lehnt die Sparvorschläge des Bundesrates im Agrarbudget ab. Die Auflagen und Anforderungen für die Bauernfamilien steigen stetig. Insbesondere die Massnahmen aus der AP22+, die die Risiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmittel sowie die Nährstoffverluste reduzieren sollen, und die Anpassung an den Klimawandel fordert die Landwirte und Landwirtinnen stark. Zudem beurteilt der LDK-Vorstand die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien als ungenügend. «Im Hügel und Berggebiet erreichen 80% der Betriebe nicht den Vergleichslohn gemäss Landwirtschaftsgesetz, im Talgebiet sind es ebenfalls mehr als 50%», erklärt LDK-Präsident Stefan Müller, Landeshauptmann Kanton AI.
Ausgewiesener Mehrbedarf ist durch zusätzliche Finanzmittel zu decken.
Der LDK-Vorstand begrüsst, dass der Bundesrat die Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion an die Folgen des Klimawandels verstärkt fördern will. Er unterstützt die zusätzlichen Mittel für die Züchtung von krankheitsresistenten Kulturen und Sorten sowie für den nachhaltigen Pflanzenschutz. Diese dürfen jedoch weder zu Lasten der Direktzahlungen noch der Produktion und Absatzförderung gehen. Auch die geplanten Mehrausgaben im Bereich Strukturverbesserung unterstützt der Vorstand, lehnt aber die Finanzierung zu Lasten der Direktzahlungen ab. «Der ausgewiesene Mehrbedarf muss durch zusätzliches Geld und nicht durch Umlagerungen gedeckt werden», fordert LDK-Präsident Stefan Müller.
LDK will aktiv mitarbeiten
Bis Ende 2027 muss der Bundesrat dem Parlament eine Botschaft zur konkreten Umsetzung der zukünftigen Agrarpolitik AP2030+ unterbreiten. Der Bundesrat hat das BLW beauftragt, die Botschaft dazu zu erarbeiten. Die LDK engagiert sich stark in den Projektarbeiten zu dieser AP2030+. Die beim BLW eingeforderte Mitbestimmung in der Projektleitung wurde der LDK zwar verwehrt, das BLW sichert aber einen engen Austausch mit den Kantonen zu. Die LDK ihrerseits will den Austausch mit der Beratenden Kommission Landwirtschaft BEKO verbessern. Dazu diskutierte der LDK-Vorstand mit BEKO-Präsident Markus Zemp und BEKO-Mitglied Silvia Thalmann-Gut, Regierungsrätin Kanton Zug. Die LDK ihrerseits will in einer internen Arbeitsgruppe die Forderungen der LDK zu einer zukunftsgerichteten Agrarpolitik schärfen.