Der Wolf muss wirksam reguliert werden

Der Herdenschutz hat seine Grenzen erreicht, mehr geht nicht und nützt nichts. Die LDK fordert griffigere Massnahmen für die wirksame Regulation der Wolfbestände. Der Vollzug im Herdenschutz muss zudem praxistauglicher werden. Ohne wirksame Regulation drohen weite Gebiete der Alpen zu verganden; mit negativen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft. Zu Gast an der Vorstandssitzung vom 30.03.2023 war Bundesrat Albert Rösti.

Marcus Caduff, RR Graubünden und Vorstandsmitglied der LDK, brauchte deutliche Worte an der Vorstandssitzung der LDK vom 30. März 2023: «Die LDK will für den Wolf eine aktive Bestandesregulierung. Dem Wachstum der Bestände muss Einhalt geboten werden, damit die Population mit der Natur und der landwirtschaftlichen Nutzung im Gleichgewicht steht.» Die Vorstandssitzung fand in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti statt. Das Parlament hat die geforderte Bestandesregulierung im revidierten Jagdgesetz zwar festgeschrieben. In der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV) müssten die Schadschwellen der Nutztierrisse nun so angesetzt werden, dass bei wiederholten problematischen Verhalten rasch eingegriffen werden kann.

Herdenschutz stösst an Grenzen

Trotz stark ausgebautem Herdenschutz werden immer mehr Nutztiere von Wölfen gerissen, stellte Marcus Caduff weiter fest. Dabei erfolgen die meisten Risse in geschützten Herden. Der Aufwand für den Herdenschutz ist für die Betriebe und wie auch die kantonalen Behörden eine grosse Herausforderung. Der Bund muss deshalb sämtliche Kosten für den Herdenschutz und die vom Wolf verursachten Schäden an Nutztieren übernehmen, auch auf nicht zumutbar schützbaren Weiden. Die LDK fordert dazu höhere finanzielle Unterstützungen, die jedoch nicht zu Lasten des Agrarbudgets gehen dürfen.

Wirksame Regulation der Wolfbestände

Verbesserungen fordert die LDK auch im Vollzug zum Herdenschutz: Praxistauglichkeit, weniger Bürokratie und Theorie, dafür mehr Vernunft. Aktuell wird der Herdenschutz vom Bund zu stark eingegrenzt. Die Frage der Schützbarkeit darf sich nicht bloss auf die bisher bekannten Herdenschutzmassnahmen abstützen. Die Wolfs-regulation muss zukünftig ein integraler Bestandteil der Überlegungen darstellen. Andernfalls würden weite Teile der Alpen nicht mehr bewirtschaftet und drohen zu verganden. Gegen diese simple Aufgabe dieser Weidegebiete wehrt sich die LDK entschieden. «Denn damit würden wir alle verlieren», gibt Marcus Caduff zu bedenken, «die Natur, der Tourismus, die Landwirtschaft und somit die gesamte Gesellschaft und Regionalwirtschaft.»

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